Würzburg
Barock, Wein und ein Viertel vor der Haustür
Was wir Gästen erzählen, wenn sie fragen, was man hier machen soll. Ohne Öffnungszeiten und Eintrittspreise – die ändern sich, unsere Empfehlungen nicht.
Die Sanderau, unser Viertel
Die Sanderau ist der älteste Stadtteil außerhalb der früheren Stadtmauer und heute der am dichtesten besiedelte Bezirk Würzburgs – was sich weniger nach Enge anfühlt, als es klingt. Es ist ein Viertel mit Altbaufassaden, kurzen Wegen und ohne touristisches Getöse: Bäcker, Cafés, Metzger und Läden liegen fußläufig, der Ringpark schließt nach Norden an, das Mainufer beginnt gleich um die Ecke.
Weil die juristische und die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität in der Nähe liegen, ist die Mischung angenehm lebendig. Für Gäste heißt das: gute Nahversorgung, ruhige Nächte, und man sitzt abends nicht allein im Viertel.
Vor der Haustür: das Schwimmbad Sandermare, der Sportplatz Sanderrasen mit Laufbahn für die morgendliche Runde, der Graf-Luckner-Weiher – und von Mitte April bis September die Liegewiesen und der Stadtstrand am Ludwigkai. In die Altstadt sind es wenige Straßenbahnstationen oder zwanzig Minuten zu Fuß am Fluss entlang. Der schönste Weg führt über das Mainufer.
Würzburg an einem Tag
Residenz
UNESCO-Welterbe, und das zu Recht: Über dem Treppenhaus spannt sich das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt von Tiepolo. Der Hofgarten dahinter ist frei zugänglich und lohnt auch einen Abendspaziergang.
Alte Mainbrücke
Der Brückenschoppen gehört zu Würzburg wie das Wasser darunter: ein Glas Frankenwein zwischen den Heiligenfiguren, im Rücken die Altstadt, vorn die Festung.
Festung Marienberg
Über die Weinberge hinauf, zu Fuß in gut zwanzig Minuten. Oben der beste Blick auf die Stadt, dazu das Museum für Franken und der Fürstengarten.
Käppele
Balthasar Neumanns Wallfahrtskirche am Nikolausberg, erreichbar über einen Kreuzweg mit Stationen. Von Ihrer Loggia aus sehen Sie sie – der Weg dorthin lohnt trotzdem.
Wein, ohne Umwege
Würzburg ist eine Weinstadt, und zwar eine, in der die großen Weingüter mitten im Zentrum liegen. Juliusspital und Bürgerspital betreiben beide eine Weinstube, in der man fränkisch essen und die eigenen Lagen trinken kann – unprätentiös und für das Gebotene erstaunlich fair. Wer lieber draußen ist, geht den Weinwanderweg am Stein: Der Weg führt durch die Reben oberhalb der Stadt, dauert je nach Tempo eine bis zwei Stunden und endet idealerweise dort, wo es etwas zu trinken gibt.
Ein Hinweis für Zugereiste: Der fränkische Silvaner kommt im Bocksbeutel, ist trocken und passt zu fast allem. Wenn Sie nur eine Flasche mitnehmen, nehmen Sie die.
Das Jahr in Würzburg
Wenn Sie Ihren Termin noch frei wählen können, lohnt ein Blick auf den Festkalender. Im Mai kommt das Africa Festival an den Mainwiesen, Ende Mai und Anfang Juni das Weindorf auf den Marktplatz, den ganzen Juni über das Mozartfest in der Residenz. Im Juli folgt das Kiliani-Volksfest, im Hochsommer der Hafensommer am alten Hafen, im September das Straßenmusikfestival Stramu mit rund hunderttausend Besuchern. Unser persönliches Highlight liegt im November: die Nacht der offenen Weinkeller. Bürgerspital, Juliusspital, Staatlicher Hofkeller und das Weingut am Stein öffnen an einem Abend ihre Gewölbe, ein Shuttlebus verbindet die Häuser. Wenn Sie sich einen einzigen Termin aussuchen dürfen, nehmen Sie diesen. Und ab Ende November steht der Weihnachtsmarkt zwischen Marienkapelle und Rathaus.
Zu diesen Zeiten ist die Stadt voll und die Wohnung früh ausgebucht – fragen Sie in dem Fall gern ein paar Monate im Voraus an. Wer es ruhiger mag: Der Januar und der Februar haben ihren eigenen Reiz, und die Preise sind dann am freundlichsten.
Anreise und Parken
Mit der Bahn: Würzburg Hauptbahnhof ist ICE-Halt an der Strecke Frankfurt–Nürnberg. Von dort mit der Straßenbahn in wenigen Minuten in die Sanderau, Haltestelle "Fechenbachstraße". Der Bahnhof Würzburg Süd liegt direkt im Stadtteil und wird von Regionalzügen bedient – für viele Verbindungen der kürzere Weg.
Mit dem Auto: Über die A3 oder A7, die Ausfahrten sind ausgeschildert. In den benachbarten Straßen gibt es kostenfreie Parkplätze, von dort sind es wenige Gehminuten bis zur Haustür. Anmelden müssen Sie das Auto bei uns nicht.
Vor Ort: Würzburg ist zu Fuß und mit der Straßenbahn bequem zu erschließen. Ein Auto brauchen Sie während des Aufenthalts eigentlich nicht.
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